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Gesunde Zähne: Die besten Tipps

So schützen Sie mit guter Mundhygiene sogar Ihr Herz

Zweimal täglich putzen, mehr Aufmerksamkeit schenken wir unserem Gebiss in der Regel nicht. Was viele nicht wissen: Gesunde Zähne sind nicht nur attraktiv, sondern schützen auch Herz, Arterien und Immunsystem. Grund genug, mal einen tieferen Blick in unsere Mundhöhle zu wagen.

Ötzi hatte nicht gut lachen. Der Gletschermann litt unter massiver Karies, Parodontitis und einem abgestorbenen Frontzahn. Forscher haben herausgefunden, dass er sich vor mehr als 5.200 Jahren wohl mit ähnlichen Krankheiten herumschlug wie wir heute. Mit dem Unterschied, dass Zahnpflege zu seiner Zeit noch kein Thema war. Die älteste Zahnbürste Europas stammt erst aus dem Jahre 1750. Davor galten schlechte Zähne nicht als Zeichen mangelhafter Pflege, sondern als gottgegebenes Schicksal.
Heute sind wir da ein bisschen weiter: Der tägliche Griff zur Zahnbürste ist für die meisten Deutschen genauso selbstverständlich wie regelmäßige Besuche beim Zahnarzt. Trotzdem wissen wir erstaunlich wenig über unser Gebiss und seine Auswirkungen auf unsere Gesundheit. „Zahnprobleme werden oft mehr als ästhetisches denn als gesundheitliches Problem wahrgenommen. Dabei beeinflusst die Mundhygiene unseren gesamten Körper“, sagt Dr. Katrin Nickles, Oberärztin an der Poliklinik für Parodontologie an der Universität Frankfurt am Main und niedergelassene Zahnärztin in Mannheim. So können kranke Zähne zum Beispiel Nacken-, Kopf- und Rückenschmerzen, Tinnitus oder Schwindel verursachen, weil die Nerven und Muskeln im Kiefer in Verbindung mit der Wirbelsäule stehen. Ärzte sprechen von einer kraniomandibulären Dysfunktion, wenn Zahnverlust, Fehlfunktionen des Kiefergelenks oder der Kaumuskeln Auswirkungen auf den ganzen Körper haben. 

Bakterien aus dem Mund können das Herz schädigen

Auch die rund 22 Millionen Bakterien in unserer Mundhöhle können zum Problem werden. Unter ihnen tummeln sich nämlich nicht nur nützliche, sondern auch krankheitserregende Keime. Jene etwa, die bei einer Parodontitis die Entzündung des Zahnhalteapparates verursachen, schaden dem Herz, lassen Arterien schneller altern, können bei Schwangeren Frühgeburten auslösen oder Diabetes verschlimmern. „Die Bakterien gelangen über das Zahnfleisch in den Blutkreislauf und so in den restlichen Körper“, erklärt Nickles. Forscher wissen heute, dass Parodontitis mit einer ganzen Reihe von Krankheiten in Verbindung steht: Schlaganfälle, Gefäßverkalkung, Herzinfarkte, Rheumatoide Arthritis, Lungenerkrankungen, Immunschwäche und sogar Krebs. Weil auffällig viele dieser Krankheiten mit dem Herz-Kreislauf-System zu tun haben, mahnen nicht nur Zahnärzte zur Behandlung von Parodontitis, sondern auch die Deutsche Herzstiftung. „Wer häufig blutendes oder schmerzendes Zahnfleisch hat, sollte das mit einem Zahnarzt abklären. Je früher man eine Parodontitis behandelt, desto besser“, rät Nickles. Die Deutsche Gesellschaft für Parodontologie (DGP) geht davon aus, dass rund zehn Prozent der Deutschen, also rund acht Millionen Menschen, eine behandlungsbedürftige Parodontitis haben.
Etwas ruhiger geworden ist es hingegen um den bekanntesten Feind unserer Zähne: die löcherfressende Karies. „Das liegt an einer besseren Aufklärung und Versorgung mit Fluoriden“, sagt Dr. Angelika Brandl-Naceta, Vorsitzende des Deutschen Zahnärzteverbandes (DZV). Der Stoff härtet und remineralisiert den Zahnschmelz und erschwert es schädlichen Bakterien so, sich zu vermehren. Weil Fluorid heute nicht nur in den meisten Zahnpasten, sondern auch in vielen Lebensmitteln steckt, sind wir damit eher über- als unterversorgt. „Für Erwachsene ist deshalb eine Zahnpasta mit Hydroxylapatit eine gute Alternative. Das ist eine zahnschmelzähnliche Substanz, die ebenso vor Karies schützt und zudem bei empfindlichen Zähnen hilft“, so die Düsseldorfer Zahnärztin. 

Deutsche putzen auf Grundschulniveau

Welche Zahnpasta man letztlich aus der Tube drückt: Zweimal täglich Putzen ist die wichtigste Säule der Zahnpflege. „Vor allem abends ist das Putzen unerlässlich, weil der Speichelfluss nachts geringer ist und Bakterien deshalb leichtes Spiel haben“, sagt Brandl-Naceta. Dummerweise ist das mit dem Putzen so eine Sache: Eine Studie zeigte 2012, dass rund 60 Prozent der Deutschen auf Grundschulniveau Zähne putzen – also so, wie sie es als Kind gelernt haben. Beide Expertinnen können diese Beobachtung aus ihrem Alltag bestätigen. „Die meisten Patienten putzen mit kreisenden Bewegungen und schieben die Bakterien so regelrecht unter den Zahnfleischrand, wo sie Entzündungen verursachen können“, sagt Nickles. Besser geeignet ist für Erwachsene die modifizierte Bass-Technik. Dabei wird die Zahnbürste im 45-Grad-Winkel am Übergang zwischen Zahn und Zahnfleisch angesetzt. Kleine Wisch- und Rüttelbewegungen entfernen Beläge aus dieser Position nachweislich am effektivsten. Dabei gilt die Faustregel „von Rot nach Weiß“, also vom Zahnfleisch weg. Außerdem neigen wir dazu, die sichtbaren Außenflächen gründlicher zu putzen als Innen- und Kauflächen. Für alle Zahnputz-Streber hat Dr. Katrin Nickles einen Tipp: „Wer unsicher ist, kann sich in der Apotheke Zahnfärbe-Tabletten besorgen, die Beläge sichtbar machen. Wer nach dem Putzen damit nichts mehr sieht, hat ordentlich geputzt.“
Genauso obligatorisch wie die Zahnbürste sollten abends Zahnseide oder Zwischenraumbürsten sein. „Es gibt schlicht keine andere Möglichkeit, die Zahnzwischenräume zu erreichen“, sagt Brandl-Naceta. Gerade dort aber entstünde oft unbemerkt Karies. Wenn dann beim herzhaften Biss in ein Stück Brot auf einmal der Zahn bröselt, ist es oft schon zu spät, ihn zu retten. Apropos retten: Die moderne Zahnmedizin kennt viele Methoden, Karies auch ohne Bohrer zu Leibe zu rücken. Mit Fluorid-Lacken und spezieller Zahnpflege lassen sich schädliche Bakterien oft lange Zeit neutralisieren. Wer früh zum Zahnarzt geht, hat daher gute Chancen, um das Bohren herumzukommen. Im Gegensatz zu Zahnseide kann man sich Mundwasser übrigens getrost sparen. Müffelt es aus dem Mund, sind meist Bakterien die Ursache – da kann nur der Zahnarzt helfen. Mundwasser hingegen steht im Verdacht, Krebs in den oberen Luft- und Speisewegen zu begünstigen. Von daher gilt hier: lieber die Finger weglassen.  

Zahnschmelz ist härter als unsere Knochen

Ein bisschen putzen hier, ein wenig Zahnseide da. Das ist nicht viel Aufwand, wenn man bedenkt, was unsere Beißerchen alles leisten: 20 Tonnen Nahrung zerkleinern sie im Laufe von 50 Jahren und halten dabei Belastungen von bis zu 80 Kilogramm stand. Zahnschmelz ist die härteste Substanz unseres Körpers, selbst Knochen können da nicht mithalten. Im Alter verlieren sie zwar etwas an Substanz – doch „alt und zahnlos“ werden heute die wenigsten. Bei guter Pflege können Zähne durchaus ein Leben lang halten. 
Zähne sind ein wahres Wunder der Natur: Im Laufe von 50 Jahren zerkleinern sie 20 Tonnen Nahrung und halten Belastungen von bis zu 80 Kilogramm stand.
Unsere Zähne zerkleinern aber nicht nur zuverlässig Nahrung, sondern sind auch an der Artikulation von Sprache beteiligt. Außerdem spielen sie eine wichtige Rolle für die Ästhetik. Nichts verzaubert uns so sehr wie ein strahlendes Lächeln. Studien belegen, dass schöne Zähne vielen Menschen als Erstes auffallen und sogar wichtiger sind als Augen, Frisur oder Figur. Kein Wunder, dass sich jeder strahlend weiße und gerade Zähne wünscht. „Leider übertreiben es manche damit“, sagt Brandl-Naceta, „meist passt die Farbe des Zahnschmelzes nämlich zu unserem Pigment-Typ, den Augen und den Haaren.“ Wer es dennoch ein paar Nuancen heller will, kann mit einem Bleaching* nachhelfen. Der Effekt hält ein paar Monate bis Jahre, stellt aber eine Belastung für die Zähne dar. „Ich würde das nur bei sehr gesunden Zähnen machen“, sagt Nickles. Eine bessere Option sei die professionelle Zahnreinigung (PZR)*, die beide Ärztinnen empfehlen. „Dabei werden Verfärbungen durch Tee, Kaffee oder Wein entfernt und die Zähne natürlich aufgehellt. Außerdem werden die Zwischenräume gereinigt, Zahnstein entfernt und die Patienten bekommen ein Gefühl für richtig saubere Zähne – das hilft auch beim Putzen“, sagt DZV-Vorsitzende Brandl-Naceta. Ob Therapie begleitend oder zur Prävention, ab und zu sollte sich jeder eine solche Generalreinigung gönnen. „Bei gesunden Zähnen ist eine PZR mindestens einmal im Jahr, bei Parodontitis je nach Schweregrad zwei- bis sogar viermal jährlich zu empfehlen“, sagt Fachärztin Nickles.  

Tipps für gesunde Zähne: Sie lieben Käse und Gymnastik

Neben der Pflege ist die Ernährung der wichtigste Baustein für gesunde Beißerchen. Dass Zucker den Zahnschmelz angreift, ist nichts Neues. Was viele jedoch nicht wissen: „Zähne sind keine tote Substanz, sondern werden zeitlebens von innen wie außen ernährt“, sagt Brandl-Naceta. Deshalb mögen sie mineral- und vitaminreiches Essen wie Obst, Gemüse und Vollkorn. Am wichtigsten ist Kalzium, das vor allem in Milchprodukten und grünem Gemüse steckt. Wer das Naschen trotzdem nicht lassen kann, sollte folgenden Grundsatz beherzigen: Lieber einmal richtig reinhauen statt ständig kleine Dosen naschen. Mit einem großen Zuckerangriff kommen die Zähne nämlich besser klar als mit vielen kleinen Portionen über einen längeren Zeitraum. Genauso wichtig wie die Art der Nahrung ist übrigens ihre Konsistenz: „Die Zähne hängen an straffen Bindegewebsfäden. Diese muss man trainieren, indem man über die Fasern Zug auf den Knochen ausübt“, erklärt Brandl-Naceta. Sie empfiehlt dafür das Kauen von Äpfeln oder Brot: „Das ist eine Art Zahngymnastik.“ Bei jungen Menschen musste sie schon häufig Brücken einsetzen, weil Backenzähne fehlten. Dass wir vor allem weiche Speisen essen, schlägt sich nämlich bereits in unserer evolutionären Entwicklung nieder. Zwar gibt es heute viele Möglichkeiten, verlorene Zähne zu ersetzen, etwa durch Brücken, Kronen oder Implantate. „Doch mit unseren echten Zähnen kann es kein Ersatz der Welt aufnehmen, sie sind einfach zu gut“, sind sich Nickles und Brandl-Naceta einig. Ein Grund mehr, gut auf sie aufzupassen.

Experten-Interview: „Weniger zahlen bei Zahnersatz“

Andreas Hahn aus der Abteilung für Zahnmedizin erklärt, wie unsere Kunden bei einer Zahnersatz-Behandlung Geld sparen können.

Warum kooperiert die UKV mit Zahnlaboren?

Die Kosten für Zahnersatz-Behandlungen setzen sich aus dem Honorar für den Zahnarzt und den Material- und Laborkosten der Dentallabore zusammen. Weil diese ihre Preise frei gestalten dürfen, kann es zu großen Preisunterschieden kommen. In der privaten Krankenversicherung gibt es für die Material- und Laborkosten immer einen Eigenanteil, den die Versicherten selbst zahlen müssen. Um unsere Kunden vor zu hohen Kosten zu schützen, kooperieren wir mit ca. 70 deutschen Zahnlaboren und einigen uns auf feste Preise.

Welchen Nutzen haben die Kunden von den Kooperationen?

Die Kooperationen wirken sich direkt auf ihren Geldbeutel aus, denn die vereinbarten Preise liegen unter dem marktüblichen Niveau. Der Eigenanteil reduziert sich dadurch für unsere Kunden deutlich. Außerdem erfüllen die Zahnlabore, mit denen wir kooperieren, höchste Qualitätsstandards und gewähren unseren Kunden häufig längere Garantiezeiten.

Was muss ich als Kunde tun, um diese Vorteile zu nutzen?

Es ist ja so, dass nicht Sie, sondern Ihr Zahnarzt das Labor beauftragt. Sprechen Sie ihn also vor Behandlungsbeginn auf die Auswahl des Dentallabors an. Sagen Sie ihm, dass Sie Geld sparen können, wenn er eines unserer Kooperationslabore beauftragt. Der Arzt sollte die Information, dass Sie bei der UKV versichert sind, an das Labor weitergeben. So kann es Ihre Rechnung anhand der Preise, die wir vereinbart haben, stellen.
Eine Liste aller Kooperationslabore finden Sie unter: www.ukv.de/dentallabore
Gerne schicken wir Ihnen diese Liste auch zu. Rufen Sie uns einfach an unter (06 81) 8 44-70 00 
Fußnoten Erstattungshinweise:
* Kosmetische Zahnbehandlungen wie Bleachings fallen nicht unter den Schutz einer privaten Krankenversicherung. Der Grund: Es handelt sich um Maßnahmen, die nicht medizinisch notwendig sind.
Für die Professionelle Zahnreinigung haben Sie in unseren Vollversicherungstarifen Versicherungsschutz. Wichtig zu wissen: Sie gilt nicht als Vorsorgeleistung im Sinne der Tarifbedingungen, sondern als Zahnbehandlung. Deshalb werden die Kosten auch auf einen eventuellen Selbstbehalt angerechnet bzw. haben Auswirkungen auf eine mögliche Beitragsrückerstattung.
Veröffentlicht: 15.06.2016 
 

Zahnpflege-Quiz: Testen Sie Ihr Wissen!

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