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Zahnpflege-Quiz: Testen Sie Ihr Wissen!

Mythos oder Wahrheit? Die zwölf größten Zahn-Weisheiten auf dem Prüfstand.

Wie gut kennen Sie sich mit Ihren Zähnen aus? Wissen Sie, worauf es bei der Zahnpflege ankommt? Schwören Sie auf alte Volksweisheiten oder glauben typischen Werbeversprechen? Wir haben mit einer Zahnärztin zwölf klassischen Mythen auf den Zahn gefühlt. Wissen Sie, was stimmt? Machen Sie den Test.

Zahnpflege-Tipps aus der Praxis

1. Zahnpflege-Kaugummis ersetzen das Zähneputzen.

Stimmt nicht!
Positiv ist, dass durch Kaugummikauen Speichel produziert wird, der das Wachstum von Bakterien hemmt. Außerdem enthalten Zahnpflege-Kaugummis oft den Zuckeraustauschstoff Xylit. Dieser verhindert, dass sich Bakterien an den Zahn heften. Aber: Um Beläge zu entfernen, hilft nur das gründliche Putzen mit der Bürste.

Dr. Katrin Nickles:
„Kauen Sie Kaugummi nach dem Essen als Notlösung, um die Zeit bis zum nächsten Putzen zu überbrücken.“
2. Eine elektrische Zahnbürste ist besser als eine manuelle.

Stimmt nicht!
Verschiedene Studien haben gezeigt: Eine elektrische Zahnbürste entfernt zwar mehr Zahnbelag als eine manuelle, der Unterschied ist aber minimal. Ob Karies und Parodontitis mit dem Einsatz von elektrischen Zahnbürsten langfristig effektiver vorgebeugt werden kann, ist nicht erwiesen.

Dr. Katrin Nickles:
„Beide Zahnbürstenarten sind dazu geeignet, die Zähne gesund und sauber zu halten. Richten Sie Ihre Wahl nach persönlichen Vorlieben und ärztlicher Empfehlung.“
3. Zahnpasta: nur ausspucken, nicht spülen.

Stimmt!
Viele spülen ihren Mund nach dem Zähneputzen fälschlicherweise gründlich mit Wasser aus. Dabei ist das Gegenteil viel besser für die Zahngesundheit, denn so können die in der Paste enthaltenen Fluoride in den Zahnzwischenräumen bleiben und länger auf die Zähne einwirken.

Dr. Katrin Nickles:
„Spucken Sie die Zahnpasta nur aus und spülen Sie leicht mit Wasser nach. Auch anschließende Mundspülungen sind nicht nötig.“
4. Bestimmte Nahrungsmittel hemmen die Entstehung von Karies.

Stimmt!
Es gibt Nahrungsmittel, die den Speichelfluss erhöhen und die Zähne auf diese Weise schützen. Außerdem stärken fluoridhaltige und kalziumreiche Lebensmittel die Zähne. Käse eignet sich besonders gut zur Kariesprophylaxe. Das enthaltene Fett legt sich wie ein schützender Film über die Zähne. Generell gilt: Kauen Sie gründlich, das erhöht den Speichelfluss.

Dr. Katrin Nickles:
„Setzen Sie öfter grünes Gemüse wie Brokkoli oder Grünkohl, Käse- und Milchprodukte auf den Speiseplan – sie stecken voller Kalzium. Auch mit fluoridhaltigem Mineralwasser und Speisesalz tun Sie Ihren Zähnen einen Gefallen.“
5. Zahnseide sollte nach dem Zähneputzen benutzt werden.

Stimmt nicht!
Wichtig ist, dass Sie Ihre Zahnzwischenräume ein Mal am Tag mit Zahnseide oder Interdentalbürsten säubern – ob vor oder nach dem Zähneputzen spielt dabei keine Rolle. Hauptsache, Sie sorgen regelmäßig für saubere Verhältnisse.

Dr. Katrin Nickles:
„Machen Sie es sich zu einem Ritual, die Zahnseide abends vor dem Schlafengehen zu benutzen: So schaffen Sie sich nicht nur eine Erinnerungsstütze, sondern geben Ihren Zähnen nachts viel Zeit, um zu remineralisieren.“
6. Karies ist erblich.

Stimmt nicht!
„Schlechte Zähne liegen bei mir in der Familie.“ – Quatsch! Lediglich die Oberflächenform der Zähne ist erblich bedingt. Wer zum Beispiel tiefe Rillen auf den Kauflächen hat, ist zwar anfälliger für Karies, kann mit guter Zahnpflege aber vorbeugen. Karies selbst ist keine Erbkrankheit. Was aber sehr wohl an den Nachwuchs weitergegeben wird: falsches Ernährungsverhalten mit zu viel Zucker und mangelnde Mundhygiene.

Dr. Katrin Nickles:
„Eltern, die ein hohes Kariesaufkommen haben, sollten bei ihren Kindern auf gute Zahnpflege achten und außerdem vermeiden, die Nuckelflasche selbst in den Mund zu nehmen, bevor das Kind sie bekommt. Dadurch übertragen sie nämlich ihre Kariesbakterien.“
7. Parodontitis erhöht das Risiko für andere Krankheiten.

Stimmt!
Parodontitis ist eine Entzündung des gesamten Zahnhalteapparates. Studien lassen einen Zusammenhang zwischen der Entzündungsreaktion im Mund und den Gefäßveränderungen in den Arterien vermuten. Demnach ist das Risiko für einen Herzinfarkt bei einer unbehandelten Parodontitis erhöht. Bereits gut belegt wurde der Zusammenhang von Parodontitis und Diabetes: Eine Parodontitis kann die Blutzuckerwerte verschlechtern.

Dr. Katrin Nickles:
„Diabetiker müssen aufpassen. Es ist möglich, dass eine bestehende Diabetes-Erkrankung den Verlauf der Parodontitis verschlimmert: Sie sollte deshalb früh erkannt und behandelt werden.“
8. Weisheitszähne müssen entfernt werden.

Stimmt nicht!
Wenn im Mund genügend Platz ist und erwartet wird, dass sich die Weisheitszähne in der Zahnreihe richtig eingliedern, ist es nicht nötig, sie zu entfernen. Wachsen die Zähne aber nicht ganz heraus, schränken sie die Zahnpflege ein, verursachen Entzündungen oder Schäden an anderen Zähnen und Knochen, dann sollten sie herausoperiert werden.

Dr. Katrin Nickles:
„Wägen Sie gemeinsam mit dem Spezialisten ab, ob die Weisheitszähne wirklich entfernt werden müssen. Ein solcher Eingriff ist auch mit einem operativen Risiko verbunden. Machen die Zähne Probleme, gehören sie aber auf jeden Fall raus.“
9. Nach dem Essen sofort Zähneputzen.

Stimmt nicht!
Was früher ein Zahnpflege-Grundsatz war, gilt heute als riesiger Irrtum. Wer direkt nach dem Essen zur Zahnbürste greift, kann seinen Zähnen sogar schaden. Säurehaltige Lebensmittel wie Obst oder Limonade machen den Zahn angreifbar. Putzt man sofort nach dem Verzehr, belastet man durch das Schrubben den Zahn zusätzlich.

Dr. Katrin Nickles:
„Ob Sie direkt nach dem Essen oder Trinken putzen dürfen oder nicht, hängt davon ab, was Sie zu sich nehmen. Warten Sie nach dem Genuss von Säurehaltigem mindestens eine Stunde. Gibt es Brot und Tee zum Frühstück, können Sie auch im Anschluss putzen.“
10. Jede Schwangerschaft kostet einen Zahn.

Stimmt nicht!
Werdende Mütter müssen den Verlust ihrer Zähne nicht fürchten. Zwar haben Schwangere durch die Veränderung ihres Hormonhaushaltes ein höheres Risiko für Karies und Zahnfleischentzündungen, mit der entsprechenden Vorsorge können sie Schäden aber verhindern.

Dr. Katrin Nickles:
„Kommen Sie während der Schwangerschaft zwei bis drei Mal zur zahnärztlichen Vorsorge. Es empfiehlt sich, mögliche Behandlungen und professionelle Zahnreinigungen im zweiten Trimester, also in der 14. bis 27. Schwangerschaftswoche, durchführen zu lassen.“
11. Eine weiche Zahnbürste ist besser als eine harte.

Stimmt!
Harte Zahnbürsten können das Zahnfleisch schädigen und sogar den Zahn angreifen. Um das Verletzungsrisiko zu minimieren, sollten Sie deshalb weiche bis (maximal) mittelharte Bürsten verwenden. Zahnbelag entfernen Sie ohnehin durch die richtige Putztechnik und nicht durch den Härtegrad.

Dr. Katrin Nickles:
„Benutzen Sie eine Zahnbürste mit weichen, abgerundeten Borsten, einem ebenen Borstenfeld und einem kurzen Bürstenkopf. So kommen Sie auch an die Hinterseite der Backenzähne.“
12. Aufhellende Zahncremes sind schädlich.

Stimmt!
Wer sich seine Zähne weiß schrubben will, zahlt dafür einen hohen Preis: Aufhellende Zahncremes wirken wie Schmirgelpapier. Der nicht regenerierbare Zahnschmelz wird auf Dauer abgeschrubbt. Schuld daran sind Härte, Menge und Größe der abschleifenden (abrasiven) Stoffe. Besonders bei empfindlichen Zähnen und freiliegenden Zahnhälsen ist der Einsatz von diesen gröberen Putzkörpern nicht zu empfehlen.

Dr. Katrin Nickles:
„Solche Zahncremes sind keine gute Lösung. Lassen Sie Verfärbungen besser mit den schonenden Methoden einer professionellen Zahnreinigung entfernen.“
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Zahnpflege wird schon seit Urzeiten praktiziert: Selbst Gletschermann Ötzi soll sich in der Steinzeit vor mehr als 5.000 Jahren mit zugespitzten Holzstöcken die Zähne gereinigt haben. Trotzdem weiß heute kaum jemand, wie richtige Zahnpflege geht. Studien zeigen: Viele schrubben einfach nur heftig hin und her oder putzen selbst im Erwachsenenalter noch nach der KAI-Methode: Kauflächen, Außenflächen, Innenflächen. Dieses Verfahren ist eigentlich nur für motorisch noch nicht so ausgereifte Kinderhände gedacht. Erwachsene sollten die empfohlene modifizierte Bass-Technik anwenden: kleine, rüttelnde Hin- und Herbewegungen im 45°-Winkel.
Dr. Katrin Nickles, Oberärztin an der Poliklinik für Parodontologie der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
„Putzen Sie zwei Mal am Tag und reinigen Sie dabei gründlich jeden einzelnen Zahn, unabhängig davon, wie lange Sie dafür brauchen. Zwei Minuten Zähneputzen – das ist nur ein ungefährer Richtwert. Verwenden Sie eine fluoridhaltige Zahnpasta und säubern Sie ein Mal am Tag die Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürsten“, rät Dr. Katrin Nickles. Die Spezialistin der deutschen Gesellschaft für Parodontologie e.V. ist Oberärztin an der Poliklinik für Parodontologie der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main und betreibt eine eigene zahnmedizinische Praxis in Mannheim. Als Expertin in Sachen Zahnpflege hat Nickles mit uns den Wahrheitsgehalt der größten Zahn-Mythen überprüft. 
Veröffentlicht: 04.04.2016
 

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