• Deutscher Pflegeinnovationspreis  - Stadt, Land, Quartier – wie gutes Altern zuhause gelingt

    Stadt, Land, Quartier – wie gutes Altern zuhause gelingt

    Deutscher Pflegeinnovationspreis der Sparkassen-Finanzgruppe 2022“ zum Thema „Altwerden im Quartier"

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Quartiersprojekte sind Leuchttürme der Pflegelandschaft. Denn sie machen vor, wie Pflegebedürftige durch bedarfsgerechte lokale Hilfe-Netze selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden bleiben können. Und das ist, was sich die meisten für ihr Alter wünschen: Zuhause wohnen können, auch wenn man immer mehr Unterstützung braucht.

Quartiersnahe Pflege sollte daher wesentlich verbreiteter sein und mehr Menschen zugutekommen. Dazu wollen wir beitragen, indem wir den „Pflegeinnovationspreis der Sparkassen-Finanzgruppe 2022“ erneut für überzeugende Quartiersprojekte ausschreiben. Das Motto 2022 lautet: „Stadt, Land Quartier - wie gutes Altern zuhause gelingt“.
Gesucht werden erneut Pflegeunternehmen, Netzwerke und Initiativen, die sich mit innovativen Ideen dafür einsetzen, eine altersgerechte lokale Infrastruktur aufzubauen. Herausragende Quartiersprojekte, die sich am Bedarf ihrer Bürger ausrichten und auch das Potenzial der Digitalisierung einbeziehen, würdigen wir in dieser Ausschreibungsrunde besonders.
Die Ausgestaltung ganzheitlicher Versorgungskonzepte kann sich erheblich unterscheiden, z. B. in städtischen oder ländlichen Räumen. Das zeigen Erfahrungen. Deshalb geht es in diesem Jahr vor allem darum, ob das Quartiersprojekt auf die Bedürfnisse der Menschen vor Ort zugeschnitten ist, nicht um starre Gestaltungskriterien.
Welche Versorgungs- und Teilhabeangebote sind notwendig, damit gutes Altern zuhause in einem konkreten Wohnumfeld gelingt? Können die Bürger mitreden und mitwirken? Wie lassen sich die Ziele am besten umsetzen? Das sind die entscheidenden Fragen für die Teilnahme.
Wer den Versorgungs- und Teilhabebedarf gemeinsam mit den Bürgern ermittelt, passende Maßnahmen umsetzt, vernetzt vorgeht und digitale Hilfen einbindet, ist herzlich eingeladen sich zu beteiligen. Damit sprechen wir auch Quartiersprojekte in ländlichen und städtischen strukturschwachen Räumen an, die mit der Herausforderung begrenzter Ressourcen umgehen müssen.
Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird im Rahmen des „Deutschen Pflegepreises“ verliehen. 
Weitere Informationen zur Ausschreibung und das Bewerbungsformular finden Sie hier.

Gewinner 2021: "AWO Karlsruhe – Gut versorgt daheim im Quartier Rintheimer Feld"

AWO Karlsruhe – Gut versorgt daheim im Quartier Rintheimer Feld
Bei der möglichst kontaktlosen Schulung zu technischen Hilfsmitteln finden die Mitarbeiter kreative Lösungen: Quartiersmanager zeigt Tablet-Bedienung am Fenster. Bild: AWO Karslruhe
Solidarisch, kreativ, offen und für alle da – diese Vorzüge kennzeichnen den Preisträger 2021. Und sie gaben den Ausschlag für die Jury, den bundesweit bekannten Preis in diesem Jahr nach Baden-Württemberg zu vergeben. Der Preisträger "AWO Karlsruhe – Gut versorgt daheim im Quartier Rintheimer Feld" ist ein gut ausgebautes Projekt in einer Hochhaussiedlung.
Es setzt das Ausschreibungsthema "Quartierspflege im digitalen Wandel" in hervorragender Weise um. Besonders die integrative Grundhaltung des Projekts überzeugte die Jury. Den umfassenden Angeboten rund um "AWO – gut versorgt daheim" gelingt es, neben pflegebedürftigen Senioren eine große Bandbreite an Jüngeren, Gesunden, Schwerbehinderten und Menschen in verschiedenen Lebenssituationen anzusprechen. Ein multiprofessionelles Team nimmt ihren Bedarf auf Augenhöhe wahr, bindet sie eng in die nachbarschaftliche Arbeit ein und entwickelt gemeinsam mit ihnen neue Angebote. Ein beeindruckend lebendiger und sozialer Raum ist entstanden. Das fördert offenbar die Solidarität untereinander: Das bürgerschaftliche Engagement der Nachbarn bildet eine der Hauptsäulen des Projekts. Ein Erfolgsfaktor des Gewinners ist, dass sich zwei starke Akteure zur Zusammenarbeit entschlossen haben. Die lokale Wohnungsbaugesellschaft Volkswohnung GmbH und die AWO Karlsruhe arbeiten bereits seit 2012 zusammen.
Zentrum des Projekts ist ein ambulanter Servicestützpunkt im Erdgeschoss eines Hochhauses. Von dort aus koordinieren AWO-Mitarbeiter Hilfen und Betreuungsangebote und pflegen die Bürger im Rintheimer Feld rund um die Uhr. In der Einrichtung mit angeschlossenem, ehrenamtlich betriebenen Wohncafé sind die Mitarbeiter für die Fragen der Nachbarn da. Im darüber liegenden Geschoss stehen fünf stark nachgefragte barrierefreie Pflegewohnungen zur Verfügung. Aufgrund der Offenheit des Konzepts und der hohen Motivation der zahlreichen eingebundenen lokalen Akteure werden immer wieder neue Ideen zu konkreten Maßnahmen entwickelt und interessante Projekte gestartet, etwa zu innovativer Pflege. Im Teilprojekt "DiDem" wurde ein umfassendes Spektrum an digitaler Unterstützung für das Quartier entwickelt. Die Maßnahmen reichen von Beratung zu Video-Telefonie bis zum Hardware-Verleih. Die Hilfen wirken sozialer Isolation und Überlastung in der Pflege entgegen. Auch zur Beschäftigung demenzkranker Bewohner und zur Vermittlung ehrenamtlicher Helfer werden digitale Tools genutzt.
 

 

Gewinner 2020: „Selbstbestimmt Altern auf dem Land“ in Letzlingen

Selbstbestimmt altern auf dem Land in Letzlingen ist der Preisträger des Pflegeinnovationspreises 2020
Herzlichen Glückwunsch! Am 25.08.2020 fand die Preis- und Scheckübergabe vor Ort in Letzlingen statt: v. l. Dr. Edda Weise (Vorsteherin und Vorstandsvorsitzende Pfeiffersche Stiftungen), Rainer Bülow (Vorstandsmitglied der Öffentlichen Versicherungen Sachsen-Anhalt (ÖSA)), Sophie Schönemann (Quartiersmanagerin in Letzlingen), Melanie Hanemann (Projektleiterin Deutscher Pflegeinnovationspreis der Sparkassen-Finanzgruppe), Steffi Ginap (Bereichsleiterin „Ambulant im Quartier“ Pfeiffersche Stiftungen). Foto: Matthias Piekacz
„Selbstbestimmt altern auf dem Land“ in Letzlingen ist der Preisträger des Pflegeinnovationspreises 2020. Getragen von den Pfeifferschen-Stiftungen steht das Projekt für ein erstklassiges Quartiersmanagement mit einer starken Gemeinschaft und idealen Arbeits- sowie Pflegebedingungen.
Das prämierte Quartiersprojekt gibt es seit 2017 und wurde damals extra dazu initiiert, den strukturellen Herausforderungen der Region zu begegnen.
Ausganssituation: Letzlingen/Sachsen-Anhalt, demografischer Wandel, Abwanderung, Fachkräftemangel! Ein selbstbestimmtes Leben im Alter ist dort nicht selbstverständlich. Lange Wege, wenig Personal, Hilfe die nicht ankommt; und die Situation verschärft sich von Jahr zu Jahr – Ergebnisse die aus einer Studie im Jahr 2017 hervorgingen. Allen Beteiligten war klar, wollen sie ein lebenswertes Letzlingen erhalten, braucht es neue Ansätze um das gegenseitige Miteinander zu stärken und gerade Pflegebedürftigen Möglichkeiten zur Inklusion und Perspektiven für die Zukunft anzubieten. Der Grundstein für das Quartiersprojekt „Selbstbestimmt altern auf dem Land in Letzlingen“ war gelegt.
Eine Erfolgsgeschichte: In Letzlingen trifft ein ambitioniertes Quartiersmanagement auf eine überwältigende Zahl an engagierten Ehrenamtlichen. Herausforderungen werden gemeinsam gemeistert in Koordination mit allen Beteiligten. Ein Helferkreis bestehend aus 20 Personen bietet wertvolle Unterstützung für Nachbarn, Bekannte, Familienangehörige – schlicht für Letzlingen. Daneben aktivieren vielfältige Selbsthilfeangebote die Bürger und bereichern dadurch das Leben in der Gemeinde. Aktuell wird zudem ein neues Pflegekonzept umgesetzt, das sich an dem niederländischen Vorbild „Buurtzorg“ orientiert. Ziel dabei ist es, ein attraktives Arbeitsumfeld für die Pflegekräfte vor Ort zu schaffen, um dadurch dem Personalmangel entgegenzuwirken.
Die Projektverantwortlichen sind sich einig: Die Ansätze in Letzlingen ließen sich auch gut in anderen Orten verwirklichen. So wird das kleine Dorf im nördlichen Sachsen-Anhalt zum Vorbild für hervorragende Quartierspflege im ländlichen Raum.

Deutscher Pflegepreis

Der Deutsche Pflegepreis wird seit 2017 einmal jährlich im Rahmen des Deutschen Pflegetags in Berlin verliehen. Seinen Ursprung findet dieser in einer Auszeichnung des Deutschen Pflegerats (DPR). Der Deutsche Pflegerat würdigt bereits seit mehr als 20 Jahren besondere Persönlichkeiten und Institutionen mit der der höchsten nationalen Auszeichnung im Bereich der Pflege.

In verschiedenen Kategorien werden Persönlichkeiten und Institutionen prämiert, die sich für die Pflege einsetzen und die für die Pflege Stellung beziehen. Ihr Engagement für das Wohl von Pflegenden und Patienten erhält so einen öffentlichen Rahmen und die nötige Wertschätzung. Er betrachtet unterschiedliche Perspektiven herausragender Arbeit in der Pflege, die auf einer separaten Galaveranstaltung besonders gewürdigt werden.

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