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24.02.2015

Künstlicher Schlaf

Mehr als 40 Prozent der Deutschen beunruhigt bei einer anstehenden Operation vor allem die Narkose. Kein Wunder, verliert man bei dem durch Medikamente herbeigeführten Schlafzustand doch die Kontrolle über Kopf und Körper. Hinzu kommt die Sorge, vielleicht nicht mehr aufzuwachen.

Doch die Bedenken sind unbegründet, denn Anästhesien sind heute so sanft und sicher wie noch nie – jährlich werden mehr als 12 Millionen an deutschen Kliniken durchgeführt. Wir zeigen, was Sie dabei erwartet und wie eine Narkose abläuft.

Phase 0: Vor der Narkose

Ganz wichtig: Das ausführliche Gespräch mit dem Narkosearzt (Anästhesist). Dabei werden Vorerkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck, Infektionen, körperliche und psychische Beschwerden sowie bisherige Narkoseerfahrungen abgefragt. Auch eingenommene Medikamente oder Allergien – etwa gegen Sojamilch, die in vielen Narkosemitteln enthalten ist – sind wichtig. Bei Menschen, die nicht kerngesund sind, wird ein ärztlicher Check durchgeführt und durch ein Blutbild und ein EKG ergänzt. Direkt vor der Narkose wird meist eine Beruhigungstablette verabreicht – denn die Narkosemittel wirken schneller, wenn man nicht zu aufgeregt ist.

Phase 1: Einleitung der Narkose

Im Operationssaal wird der Patient zur Überwachung der Körperfunktionen an Monitore angeschlossen. Obligatorisch sind dabei EKG, Blutdruck und Blutsauerstoffgehalt. Bei schweren Eingriffen werden diese Funktionen besonders präzise überwacht: Der Blutdruck zum Beispiel wird dann nicht mit einer Manschette, sondern direkt in der Arterie gemessen. Anschließend werden die notwendigen Medikamente intravenös verabreicht, meist eine Kombination aus Schmerzmitteln, Schlafmitteln und solchen zur Muskelentspannung. In der Regel dauert es nur zwischen einer halben und einer Minute bis zum Einschlafen.
A - Überwachung der Herztätigkeit
B - Blutdruckmessung
C - Venentropf (Infusion in Arm- oder Handrückenvene)
D - Messung des Sauerstoffs im Blut

Phase 2: Während der Narkose

Weil der Patient durch die muskelentspannenden Medikamente nicht mehr selbst atmen kann, ist eine künstliche Beatmung nötig: mittels einer Kehlkopfmaske bei kurzen, sehr unkomplizierten Eingriffen, oder durch Intubation. Dabei wird ein Beatmungsschlauch durch Mund oder Nase in die Luftröhre gelegt, über den Sauerstoff und eventuell ein Narkosegas in den Körper gelangen. Der Narkosearzt überwacht permanent die Körperfunktionen (Herz-Kreislauf, Beatmung, Flüssigkeitshaushalt) und achtet auf eventuelle Schmerzanzeichen wie Pupillengröße, Augenmuskeltätigkeit oder gesteigerte Herzfrequenz. Schlaf- und Schmerzmittel werden weiterhin zugeführt, situationsbedingt können Kreislauf unterstützende Medikamente oder Infusionen hinzukommen.

Phase 3: Nach der Narkose

Schon wenige Minuten nach dem Absetzen des Narkosemittels werden die meisten Patienten wach. Bis sie ihre Umgebung wieder vollständig wahrnehmen und der Kreislauf stabil ist, werden sie im Aufwachraum betreut – dann geht es zurück auf die Krankenstation. Übrigens: Die Arbeit des Narkosearztes ist nach der Operation nicht beendet. Er ist auch für die weitere Schmerztherapie zuständig. Zu den Nachwirkungen einer Narkose gehört oft Übelkeit, hier helfen Medikamente. Ein erhöhtes Risiko für diese Art von Unwohlsein hat, wer unter Reisekrankheit leidet oder schnell seekrank wird – dann werden die Medikamente vorbeugend gegeben. Von der Intubation haben manche Menschen außerdem vorübergehend Halsschmerzen oder Heiserkeit.

Fachliche Beratung: Professor Dr. Thomas Volk, Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie am Universitätsklinikum des Saarlandes / Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie

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