• Milchzähne: Wann und wie zahnen Babys?

    Milchzähne: Wann und wie zahnen Babys?

Milchzähne in Sicht! Wenn plötzlich erste weiße Spitzen aus Babys rotem Zahnfleisch blitzen, ist die Aufregung groß. Sie sind übrigens heller als die bleibenden Zähne, daher der Name. Oft erklären sich nun auch die unruhigen Nächte, denn die Kleinen wachen häufiger auf als gewohnt – und sind weinerlicher. Bisweilen können die mit Spannung erwarteten Zähne Baby nämlich ganz schön quälen: Das sogenannte Zahnen ist bei den meisten Kindern von vielfältigen Symptomen begleitet. Hier erfahren Sie mehr über Babys Zähne, wie Sie Ihrem Kind die Zeit der Zahndurchbrüche erleichtern und von Anfang an die besten Voraussetzungen für ein gesundes Gebiss schaffen.

Wie ist das Milchzahngebiss aufgebaut?

Das Milchgebiss umfasst im Gegensatz zum Erwachsenenkiefer mit 32 Zähnen nur 20 Zähne: zehn im Oberkiefer, zehn im Unterkiefer. Schubweise bricht ein Zähnchen nach dem anderen durch, bis die maximale Anzahl Milchzähne erreicht ist. Pro Kiefer verfügt das Milchzahngebiss über vier Schneidezähne, zwei Eckzähne und vier Backenzähne. Wächst der Kiefer im späteren Verlauf, bilden sich Lücken zwischen den Zähnen. Diese dienen als Platzhalter für die größeren bleibenden Zähne.
Gut zu wissen: Ein gesundes Milchzahngebiss ist nicht nur für das spätere Zerkleinern fester Nahrung von Bedeutung. Auch beim Spracherwerb spielt es eine wichtige Rolle: So sorgen unter anderem die Schneidezähne dafür, dass Ihr Kind Zischlaute später korrekt aussprechen kann.

Wann zahnen Babys?

Ab dem vierten Lebensmonat steht Babys erster Zahn in den Startlöchern. Durchschnittlich zeigt er sich im Alter von sechs Monaten. Er kann aber auch erst im späteren Verlauf des ersten Jahres durchbrechen. Auch die Gene spielen bei der Frage nach dem Zeitpunkt eine Rolle. Dabei erscheinen die weißen Spitzen nicht zufällig auf der Bildfläche, sondern folgen in der Regel einer bestimmten Baby-Zähnchen-Reihenfolge.
Infografik Milchzähne
Tipp: Lassen Sie sich gar nicht erst auf Vergleiche ein. Der kleine Jonas aus der Krabbelgruppe hat schon Zähne, während das eigene Baby noch zahnlos lächelt? Keine Sorge. Auch für Frage „Wann zahnen Babys?“ gilt: In der Entwicklung legt jedes Kind sein individuelles Tempo vor.

Wie macht sich das Zahnen bei Babys bemerkbar?

Zahnen Babys, zeigen sich einige Kinder nahezu beschwerdefrei, während andere offensichtlich von Schmerzen geplagt sind. Rund 70 Prozent leiden laut einer Studie unter Symptomen. Kein Wunder, denn stemmt sich der Zahn gegen das Zahnfleisch, spannt und drückt es. Ist ein Säugling unruhig, weinerlich und sucht vermehrt nach Körperkontakt, schließen Eltern schnell auf die ersten Zähnchen als Ursache. Solche diffusen Anzeichen können allerdings auch andere Gründe haben und etwa einen Entwicklungssprung einläuten. Eindeutigere Hinweise auf Aktivität in Babys Kiefer finden Sie in der folgenden Übersicht.

Zahnen: Symptome erkennen

  • Babys Wangen sind heiß und gerötet, auch Hautausschläge sind möglich.
  • Das Zahnfleisch ist rot und geschwollen.
  • Das Baby steckt die Hand oder Gegenstände in den Mundoder kaut darauf herum.
  • Der Appetit ist vermindert.
  • Der Speichelfluss ist erhöht.
  • Das Baby reibt sich vermehrt die Ohren.
Gut zu wissen: Dass mit dem Zahnen Fieber einhergehen kann, ist eine verbreitete Annahme. Ein Zusammenhang ist jedoch mittlerweile wissenschaftlich widerlegt. Fiebert Ihr Baby, sollten Sie andere Ursachen in Erwägung ziehen und gegebenenfalls den Kinderarzt konsultieren.

Was hilft beim Zahnen?

Auch wenn die kurzen Nächte anstrengend sein können: Freuen Sie sich über den Entwicklungsschritt des Zahnens und strahlen Sie Zuversicht aus – denn eine entspannte Haltung überträgt sich mit großer Wahrscheinlichkeit auch auf Ihr Kind. Reagieren Eltern in der Zeit der Zahndurchbrüche sensibel und bedürfnisorientiert auf ihr Baby, leisten sie sozusagen erste Hilfe beim Zahnen. Denn direkter Hautkontakt beruhigt und spendet Trost. Bei Neugeborenen senkt er laut einer Studie sogar nachweisbar das Schmerzempfinden. Die Verwendung von Zahnungsgel ist dagegen umstritten. Neun von 14 solcher Produkte wurden in einer britischen Studie als potenziell schädlich eingestuft. Was hilft beim Zahnen stattdessen?

Checkliste für natürliche Hilfe beim Zahnen:

  • Zahnfleischmassage (mit dem frisch gewaschenen Finger)
  • Mit Flüssigkeit gekühlte Beißringe (aus dem Kühlschrank, nicht tiefgekühlt)
  • Kühlschrankkalte frisch gewaschene Waschlappen (mit klarem kalten Wasser ausgespült)
Tipp: Die vermehrte Speichelbildung kann zu wunden Stellen oder einem Speichelekzem führen. Halten Sie die Haut daher möglichst trocken und wechseln Sie feuchte Halstücher schnell aus.
Gut zu wissen: Viele Hebammen und Eltern schwören für Hilfe beim Zahnen auf Hausmittel. Dabei handelt es sich um traditionelle Anwendungen, deren Wirkung wissenschaftlich nicht erwiesen sind. Prüfen Sie unbedingt die Sicherheitsaspekte: Kinderärzte warnen beispielsweise vor den beliebten Bernsteinketten. Die Kette könnte reißen oder hängenbleiben und das Kind verletzten oder gar strangulieren.
Milchzähne

Zahnpflege Baby – was gilt es zu beachten?

Sind erste Zähnchen sichtbar, ist deren Zahnschmelz nur halb so stark wie der bleibender Zähne. Kariesbakterien können ihm daher auch schneller Schaden zufügen und sogar auf die nachfolgenden Zähne übergehen. Gesunde Milchzähne sind kein Zufall. Sorgfältige Baby-Zahnpflege und ein Zahnarztbesuch pro Halbjahr sind die wichtigsten Maßnahmen, um Kariesschäden vorzubeugen.

4 Tipps für die Baby-Zahnpflege:

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Baby-Zahnpflege beginnt bei Ihnen selbst: Weniger Kariesbakterien bei den Eltern verringert auch für den Nachwuchs das Risiko, Karies zu entwickeln.

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Stillen fördert die normale Entwicklung von Kiefer und Gaumen. Flaschen­kinder profitieren von kiefer­gerechten Saugern, die zur Stärkung der Kiefer­muskulatur beitragen.

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Schon ab dem ersten Zahn sollte zweimal täglich geputzt werden – mit einer Zahnbürste, die über einen kurzen Borstenkopf und abgerundete Kunststoffbürsten verfügt.

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Kinder­zahn­pasta ist in Inhalts­stoffen und Ge­schmack auf das Alter abgestimmt. Ist das Spuren­element Fluorid enthalten, bietet sie zusätzlichen Karies­schutz.

Zu Menge und Fluoridgehalt lauten die offiziellen Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Präventivzahnmedizin für Milchzähne:
  • Ab Zahndurchbruch bis zwei Jahre: eine erbsengroße Menge Kinderzahnpasta mit 500 ppm Fluorid.
  • Ab zwei bis sechs Jahren: eine erbsengroße Menge Kinderzahnpasta mit 100 ppm Fluorid. Zusätzlich sollte beim Kochen und Würzen fluoridiertes Speisesalz verwendet werden.
Tipp: Sind alle Backenzähne durchgebrochen, kann der Zahnarzt deren besonders kariesanfällige Erhebungen (Fissuren) versiegeln. Bis dahin gilt: die bleibenden Backenzähne besonders sorgfältig putzen.

Wann beschert Zahnwechsel meinem Kind den ersten Wackelzahn?

Etwa im dritten Lebensjahr ist das Milchzahngebiss vollständig ausgebildet. Rund um den Schuleintritt, also zwischen dem fünften und siebten Lebensjahr, steigt die Spannung in Sachen Zahnwechsel beim Kind. Viele Vorschüler erwarten sehnsüchtig ihren ersten Wackelzahn. In der Regel bricht zunächst ein bleibender Backenzahn durch. Erst im Anschuss beginnen die Milchzähne zu wackeln. Wenn Zähne ausfallen, geschieht das am sichersten ohne Zutun. Indem Sie und Ihr Kind geduldig abwarten, vermeiden Sie Schmerzen. Helfen Sie stattdessen vorzeitig nach, riskieren Sie Blutungen und Verletzungen.

Welche Milchzähne fallen aus?

Junge zahnlos


6. bis 8. Lebensjahr:
die zen­tral­en Schneide­zähne

7. bis 9. Lebensjahr: die seitlichen zweiten Schneide­zähne

9. bis 12. Lebensjahr: die ersten Backen­zähne

9. bis 13. Lebensjahr: die Eck­zähne

10. bis 14. Lebensjahr: die zweiten Backen­zähne

16. bis 40. Lebensjahr: die Weisheitszähne

Fazit: Gut gepflegte Milchzähne sind die beste Voraussetzung für ein gesundes Gebiss

Treffen Sie für Ihr Kind mit sorgfältiger Pflege Vorsorge für eine gute Zahngesundheit: Dann haben auch die bleibenden Zähne beste Voraussetzungen, lange gesund erhalten zu bleiben. Doch trotz Vorkehrungen sind Kinder nicht in jedem Fall vor Erkrankungen wie Karies und Kreidezähnen, Zahnverlust oder kieferorthopädischem Handlungsbedarf gefeit. Absichern lassen sich viele dieser Fälle durch die UKV Zahnzusatzversicherung ZahnPRIVAT. Jetzt informieren und Beitrag berechnen!
veröffentlicht am 11.03.2022