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Ob Pflege­antrag, Pflege­zeit oder zusätzliche Betreuungs­leistungen – vieles muss in den ersten Tagen organisiert werden. Ange­hörigen bieten kosten­lose Pflege­kurse Orientierung und Be­ratung. Spätestens jetzt sollte auch eine Patienten­verfügung vorliegen. So können Familien­mit­glieder und Ärzte die richtigen Ent­scheidungen treffen.

Praktisch erklärt...

Pflegeantrag
  • Pflege­bedürftige haben Anspruch auf Sach- und Geld­leistungen für die Pflege. Voraus­setzung für die Leistungen ist ein Pflege­antrag. Sie stellen ihn bei Ihrer gesetzlichen Kranken­kasse oder privaten Kranken­versicherung. Dafür genügt zunächst ein formloses Schreiben mit Namen, Anschrift, Versicherungs­nummer und persön­licher Unter­schrift. Natürlich können Sie auch bei uns anrufen:

    Experten anrufen: (06 81) 8 44-30 10

    Den Antrags­eingang sollten Sie sich schriftlich bestätigen lassen. Die Pflege­leistungen bekommen Sie nämlich ab diesem Tag. Ihr Versicherer sendet Ihnen dann alle wichtigen Formulare, die Sie ausfüllen und zurück­senden müssen. Danach beurteilt ein Gutachter bei einem Hausbesuch Ihren Pflege­bedarf. Nach spätestens fünf Wochen erhalten Sie den Pflege­bescheid.

Pflegezeit
  • Sie möchten Ihren Ange­hörigen selbst betreuen? Mit der Pflege­zeit bekommen Sie den Spagat zwischen Pflege und ihrem Beruf hin.

    Es gibt drei Formen der Pflege­zeit:

    • die kurzzeitige Arbeits­verhinderung (bis zu 10 Tage),
    • die Pflege­zeit (bis zu 6 Monate)
    • und die Familien­pflege­zeit (bis zu max. 2 Jahre).

    Die Freistellung beantragen Sie bei Ihrem Arbeit­geber. Bei allen drei Formen haben Sie vollen Kündigungs­schutz. Seit 2015 bekommen Sie mit dem Pflege­unterstützungs­geld zudem eine weitere Hilfe: Für die Dauer von 10 Arbeits­tagen wird unter bestimmten Voraus­setzungen ein Ausgleich des entgangenen Gehaltes gezahlt. Zusätzlich können Sie beim Bundes­amt für Familie und zivil­gesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) ein zins­loses staatliches Darlehen beantragen. Zudem gibt es Zu­schüsse, um ein reduziertes Gehalt während der Familien­pflegezeit auf­zu­stocken.

    Weitere In­formation­en zur Pflege­zeit finden Sie auf der Themen­seite "Pflege zu Hause".

Kostenlose Kurse und Beratung
  • In kostenlosen Pflegekursen erhalten Sie Tipps und können sich mit anderen austauschen. Die Kurse bietet Ihre Pflegeversicherung in der Regel gemeinsam mit erfahrenen Partnern an. Dazu zählen zum Beispiel ambulante Pflegedienste oder Wohlfahrtsverbände. Für die Inhalte gibt es in jedem Bundesland einheitliche Regeln.

    Schwerpunkte sind:

    • alltägliche Aufgaben in der Pflege
    • Umgang mit Hilfsmitteln
    • rechtlichen Hintergründe

    Häufig finden die Kurse als Gruppenangebot in den Räumen eines Pflegeanbieters statt. Es sind aber auch Einzelkurse im Zuhause des Pflegebedürftigen möglich. So können Handgriffe ganz praxisnah geübt werden.

Zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen
  • Auch wenn eine Pflege­stufe besteht, sind nicht alle Kosten gedeckt. Bei­spiele sind einzelne Pflege­leistungen, Fahrt­kosten oder die Be­gleitung im Alltag. Für diese An­gebote können Pflege­bedürftige zusätzliches Geld erhalten – die „Betreuungs- und Entlastungs­leistungen“.

    Die Aus­zahlung ist zweck­gebunden. Das heißt, dass Sie die Leistungen mit Rechnungen oder Belegen bei Ihrer Pflege­versicherung bean­tragen müssen. Nur die tat­sächlichen Kosten werden erstattet. Monatlich können Sie so einen begrenzten Betrag erstattet bekommen. Der Grund­betrag liegt bei bis zu 104 Euro. Bei einer erheblichen Ein­schränkung der Alltags­kompetenz in erhöhtem Maße kann sich diese Summe verdoppeln.

    Die Anerkennung von Betreuungs- und Entlastungs­leistungen ist in den Bundes­ländern verschieden. Klären Sie deshalb am besten im Vorfeld, welche Angebote Sie bezahlt bekommen. Sie erhalten diese Informationen von Ihrer Pflege­versicherung oder einem Pflege­stützpunkt in Ihrer Region. Für Privat­versicherte ist die Pflege­beratung zuständig.

Beispiel: Patientenverfügung
  • Mit der Patientenverfügung erhalten Sie sich ein Stück Selbstbestimmung über Ihre medizinische Behandlung. Außerdem können Sie weitere Details festhalten. So können Sie zum Beispiel ein bestimmtes Hospiz oder Pflegeheim für die letzten Lebenstage nennen.

    Aber keine Sorge: Sie erteilen keinen pauschalen Freibrief. Eine Patientenverfügung ist nur für konkrete Fälle bindend. Ihr vermuteter Wille muss jedes Mal neu festgestellt werden. Gelingt dies nicht, gilt absoluter Lebensschutz.

    Eine allgemeine Vorlage gibt es nicht. Lassen Sie sich von Fachleuten beraten und halten Sie Ihre Wünsche schriftlich und mit Unterschrift fest. Denken Sie auch daran, den Inhalt Ihrer Patientenverfügung regelmäßig zu prüfen.

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Zusätzliche Informationen

Weitere Informationen zur Pflege in Deutschland finden Sie auf den Seiten des Bundesministeriums für Gesundheit:

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