Pflegestufen & Pflegegrade
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Die Reform der Pflegeversicherung soll die Lage hilfebedürftiger Menschen verbessern. Vor allem Versicherte mit psychischen und kognitiven Einschränkungen sollen einfacher Leistungen bekommen können. Fünf neue Pflegegrade lösen die bisherigen Pflegestufen ab – Der Pflegebegriff ändert sich dadurch grundlegend.

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Praktisch erklärt – Neuerungen in der Pflegeversicherung

Von der Pflegestufe zum Pflegegrad

Bisher galt in Deutsch­land für alle pflege­bedürftigen Menschen ein System von Pflege­stufen. Maß­stab war die Schwere der Beeinträchtigung und der tägliche Pflege­aufwand. Ent­sprechend wurden auch die Leistungen in den Pflege­stufen ge­staffelt.
Das starre System führte schon bald zu Unge­rechtigkeiten: Der zugrunde­liegende Pflege­begriff bevorzugte körper­liche Leiden. Damit auch Menschen mit anderen Erkrankungen oder Behinderungen von den Leistung­en einer Pflege­versicherung profitieren, wurden die Regelungen immer wieder angepasst.
Mit den Pflegestärkungs­gesetzen soll die Pflege­versicherung wieder über­sichtlicher und effi­zienter werden. Sie wurde dafür in mehreren Schritten er­neuert. Mit der Ein­führung von fünf neuen Pflege­graden ist das neue System ab 2017 komplett.
Pflegestufe I: erhebliche Pflegebedürftigkeit
    • Die Pflege nimmt im Durchschnitt wenigstens 90 Minuten täglich in Anspruch.
    • Mindestens 46 Minuten der Pflege entfallen auf zwei unterschiedliche Aufgaben der so genannten Grundpflege – Ernährung, Körperpflege und Mobilität.
    • Es wird mehrmals in der Woche Unterstützung im Haushalt benötigt.
Pflegestufe II: Schwerpflegebedürftigkeit
    • Die Pflege nimmt im Durchschnitt täglich wenigstens drei Stunden in Anspruch.
    • Ein Großteil der Unterstützung – mindestens 2 Stunden – entfällt auf die Grundpflege (Ernährung, Körperpflege und Mobilität) und zwar täglich zu mindestens drei verschiedenen Zeiten.
    • Es wird mehrmals in der Woche Unterstützung im Haushalt benötigt.
Pflegestufe III: Schwerstpflegebedürftigkeit
    • Im Schnitt sind täglich mindestens fünf Stunden Hilfe nötig.
    • Mindestens vier Stunden entfallen auf die Grundpflege (Ernährung, Körperpflege und Mobilität).
    • Es besteht rund um die Uhr, also auch nachts, ein konkreter Hilfebedarf.
    • Es wird mehrmals in der Woche Unterstützung im Haushalt benötigt.
Pflegestufe III Härtefall: Schwerstpflegebedürftigkeit mit außergewöhnlich hohem Pflegebedarf
    • Die Grundpflege (Ernährung, Körperpflege und Mobilität) nimmt mindestens sechs Stunden in Anspruch.
    • Drei Verrichtungen der Grundpflege sind auch nachts nötig oder die Grundpflege muss von zwei Pflegekräften gemeinsam geleistet werden.
Sonderfall Pflegestufe 0: Betreuungsbedarf bei kognitiven oder psychischen Einschränkungen
  • Die Pflegestufe 0 ist ein Notbehelf. Sie öffnet die Leistungen der Pflegeversicherung auch für Personen, die ansonsten durch das Bewertungsraster fallen. Ein Beispiel sind Menschen mit einer psychischen Erkrankung. Die Zuordnung erfolgt nach einem gesonderten Kriterienkatalog.

Gegenübergestellt: Welcher Pflegegrad gilt für welche Pflegestufe?

Bisherige Pflegestufe Neuer Pflegegrad
keine Überführung 1
0 + eingeschränkte Alltagskompetenz 2
1 2
1+ eingeschränkte Alltagskompetenz 3
2 3
2 + eingeschränkte Alltagskompetenz 4
3 4
3 Härtefall 5
3 + eingeschränkte Alltagskompetenz 5
3 Härtefall + eingeschränkte Alltagskompetenz 5
 

Wann besteht Anspruch auf Pflege?

  • Bei einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung für mindestens sechs Monate in erheblichem Maß oder wenn Sie in höherem Umfang Hilfe im Alltag benötigen.
  • Zu den Krankheiten und Behinderungen zählen körperliche Gebrechen wie Lähmungen oder Organschäden ebenso wie Erkrankungen des Nervensystems oder seelische Leiden.
  • Die Bewältigung des Alltags wird in der neuen Pflegeversicherung in sechs zentralen Lebensbereichen begutachtet. Die Fähigkeiten im Bereich der Selbstversorgung haben dabei den größten Anteil.

Praktisch erklärt: Pflegegrade

Die neuen Pflegegrade

Im Zentrum der erneuerten Pflegeversicherung stehen die fünf neuen Pflegegrade. Damit ändert sich nicht nur eine Bezeichnung, sondern der Blick auf die Pflegebedürftigkeit insgesamt. Im Mittelpunkt steht nun die Frage, was ein Mensch noch selbstständig erledigen kann.
  • Psychische, kognitive und körperliche Aspekte sind in der neuen Begutachtung gleichberechtigt. Egal, wie umfangreich betreut werden muss – Damit der Pflegegrad vergeben werden kann, ist nur wichtig, ob ein Mensch überhaupt auf die Unterstützung von anderen angewiesen ist.
  • Dazu werden die Selbstständigkeit und die Fähigkeiten in sechs zentralen Lebensbereichen betrachtet. Der Gutachter vergibt Punkte für jeden Bereich, die noch einmal nach einem festen Schema gewichtet werden. Die Gesamtpunkte bestimmen dann über die Einstufung in einen Pflegegrad.
  • Das neue System stellt so die tatsächlichen Lebensbedingungen in den Mittelpunkt. Bestehende Pflegestufen werden in die entsprechende Pflegegrade umgewandelt. Dabei müssen die bestehenden Leistungen mindestens gleich bleiben oder sich verbessern.

LESETIPP: Gröhe zur Pflegerefom

Es ist die größte Reform, seit Einführung der Pflegeversicherung vor über 20 Jahren: Anfang 2017 treten die Änderungen des zweiten Pflegestärkungsgesetzes (PSG II) in Kraft – Pflegebedürftigkeit wird jetzt neu definiert. Wir haben bei Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe nachgefragt, was Betroffene und Angehörige erwartet.

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Beispiel:Bisherige Pflegestufen:Neue Pflegegrade:
Geringe, nur motorischen Einschränkungen (z. B. bei Wirbelsäulen-Erkrankungen, Gelenkschmerzen oder geringen Lähmungen nach Schlaganfall) Keine Pflegegrad 1 – geringe Beein-trächtigung der Selbstständigkeit
Ausgeprägte Störungen des Bewegungsapparates oder deutliche Folgen eines Schlaganfalls ohne Einschränkung der Alltagskompetenz Pflegestufe 1 – erhebliche Pflegebedürftigkeit Pflegegrad 2 – erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
Schwere motorische Beeinträchtigungen wie Lähmungen der Arme und Beine ohne Einschränkung der Alltagskompetenz Pflegestufe 2 – schwere Pflegebedürftigkeit Pflegegrad 3 – schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
Vollständige Immobilität, z. B. fortgeschrittene Multiple Sklerose oder Querschnittslähmung, ohne Einschränkung der Alltagskompetenz Pflegestufe 3 – schwerste Pflegebedürftigkeit Pflegegrad 4 – schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
Eingeschränkte Alltagskompetenz, z. B. fortgeschrittene Demenz, körperliche Hinfälligkeit, Halbseitenlähmung oder Bettlägerigkeit Pflegestufe 0 – erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz durch Krankheit oder Behinderung Pflegegrad 5 – besondere Anforderungen an die pflegerische Versorgung

 

Pflegereform 2017 – Was ändert sich noch?

  • Beratung

    Kurzzeitpflege

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Weiterführende Links

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Wissenswertes zur Pflegeversicherung

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