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03.11.2014

Interview

"Haushaltsunfälle können böse Folgen haben"

Prof. Dr. Klaus Michael Stürmer erlebt in seinem Klinikalltag häufig, dass Unachtsamkeit bei der Hausarbeit zu ernsten Verletzungen führen kann.

Welche Folgen eines Haushaltsunfalls begegnen Ihnen in Ihrem Klinikalltag am häufigsten?

Sehr oft kommen Patienten mit Knochenbrüchen zu uns, die beispielsweise beim Aufhängen der Gardinen vom Hocker gestürzt sind. Dabei kann der Finger, das Fußgelenk oder sogar der Hüftknochen brechen.

Was erwartet diese Patienten?

Bei schweren Knochenbrüchen muss man mit gut zehn Tagen Klinikaufenthalt, ein bis zwei Operationen und bis zu zwölf Wochen Arbeitsausfall rechnen. Nicht selten sind außerdem Spätfolgen wie etwa ständige Schmerzen im Gelenk.

Welche schweren Verletzungen entstehen sonst noch beim Kochen, Putzen und Heimwerken?

Ganz böse können sich zum Beispiel Schnittwunden an den Händen entwickeln. Relativ schnell wird hierbei eine Beugesehne angeschnitten oder sogar durchtrennt. Und das ist mitunter nicht mal direkt zu spüren, da der Finger noch beweglich ist. Außerdem sind in der Küche jede Menge Bakterien unterwegs, durch die sich die Wunde entzünden und über die ganze Hand ausbreiten kann.

Wie lange dauert es, bis solch eine Verletzung ganz ausgeheilt ist?

Das ist unterschiedlich. Eine Sehne braucht nach dem operativen Eingriff mindestens sechs Wochen, um zu heilen. Während dieser Zeit müssen täglich Übungen gemacht werden, um die Finger beweglich zu halten. Infiziert sich die Wunde, kann der Heilungsprozess sogar noch länger dauern.

Wer ist denn mehr gefährdet: Frauen oder Männer?

Wenn man das Heimwerken mit zu den Haushaltsunfällen zählt: beide. Beim Heimwerken haben wir es sehr häufig mit Verletzungen durch Kreissägen, Kettensägen und auch Rasenmähern zu tun. Besonders gefährlich sind dabei Handschuhe, mit denen die ganze Hand in die Maschine gezogen werden kann. Halb oder sogar ganz abgerissene oder abgeschnittene Finger sind hier keine Seltenheit. Ich rate deshalb dringend, im Zweifelsfall lieber einen Experten zu beauftragen.

Gibt es denn Menschen, die im Haushalt ganz besonders auf sich achten sollten?

Ja. Patienten, die blutverdünnende Medikamente einnehmen müssen, sollten besonders umsichtig sein – und das nicht nur im Haushalt. Denn wenn sie stürzen, entstehen oft umfangreiche Blutergüsse oder schlimmstenfalls sogar schwere Gehirnblutungen. Und das ist dann tatsächlich lebensgefährlich. Denn notwendige unfallchirurgische Operationen können wegen der hohen Blutungsgefahr oft nicht sofort durchgeführt werden.

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